Was man vor dem Kauf eines gebrauchten E-Bikes prüft
Redaktion Okazio
Kurz erklärt
Ein gebrauchtes E-Bike beurteilst du nach drei Dingen: dem Akku, der gesetzlichen Kategorie und dem Zustand des Velos selbst. In dieser Reihenfolge — denn der Ersatz des Akkus kann einen Viertel des Preises eines neuen Velos kosten.

Der Akku
Er ist das Teil, das altert, und er altert eher mit der Zahl der Ladezyklen als mit den Jahren.
Was du fragen solltest:
- Kilometerstand und Alter, zusammen;
- die tatsächliche Reichweite heute, auf einer Strecke, die der Verkäufer kennt;
- ob der Akku schon einmal ersetzt wurde, und wann.
Was du dir ansehen solltest:
- das Display, falls es einen Gesundheitszustand oder eine Zahl von Ladezyklen angibt;
- das Gehäuse: Eine Wölbung, ein Riss oder Korrosionsspuren an den Kontakten machen den Akku unbrauchbar;
- dass das Laden beginnt, während du dabei bist, und das Display wirklich bis 100 % steigt.
Ein Akku, der die Winter draussen verbracht hat oder monatelang entladen war, hat gelitten, auch mit wenigen Kilometern.
Die gesetzliche Kategorie
In der Schweiz gehört ein E-Bike zu einer von zwei Kategorien, und für sie gelten nicht dieselben Pflichten.
| Kategorie | Unterstützung bis | Was das bedeutet |
|---|---|---|
| E-Bike | 25 km/h | Wird wie ein normales Velo gefahren |
| Schnelles E-Bike | 45 km/h | Kontrollschild, Helmpflicht, Führerausweis der Kategorie M |
Prüf die Kategorie auf dem Typenschild am Rahmen, bevor du kaufst. Ein schnelles E-Bike ohne Kontrollschild ist nicht vorschriftsgemäss, und du bist es, der damit unterwegs ist.
Vorsicht auch bei entdrosselten E-Bikes: Ein Motor, der verändert wurde, damit er seine ursprüngliche Geschwindigkeit überschreitet, fällt aus seiner Kategorie, ist nicht mehr konform und verliert den Versicherungsschutz. Ein Verkäufer, der die Entdrosselung als Vorteil anpreist, verkauft dir ein Problem.
Motor und Antrieb
Ein E-Bike verschleisst seinen Antrieb schneller als ein herkömmliches Velo: Der Motor gibt bei jedem Pedaltritt zusätzliches Drehmoment dazu.
- Zieh beim grossen Kettenblatt an der Kette: Hebt sie sich deutlich ab, ist sie am Ende, und die Kassette mit ihr.
- Hör beim Fahren auf den Motor: Ein Klacken, ein Ruckeln oder eine aussetzende Unterstützung bedeuten teure Reparaturen.
- Prüf, ob die Unterstützung wirklich bei der Geschwindigkeit ihrer Kategorie abschaltet.
Bremsen und Laufräder
Das Gewicht eines E-Bikes beansprucht die Bremsen viel stärker als bei einem normalen Velo. Schau dir die Dicke der Beläge und der Scheiben an, und hör beim Bremsen hin.
Prüf die Laufräder auf einen Achter und auf die Speichenspannung — eine lockere Speiche an einem Hinterrad mit Motor kündigt die nächste an.
Die Papiere
- Die Kaufquittung, die die Herkunft belegt.
- Die Rahmennummer, nach der du fragst, bevor du hinfährst.
- Das Serviceheft des Händlers, falls das Velo eines hat.
Ein teures E-Bike ohne Quittung zu einem ungewöhnlichen Preis: Lass es bleiben. Der Weiterverkauf eines gestohlenen Velos endet, auch in gutem Glauben, mit der Rückgabe ohne Rückerstattung.
Die Probefahrt
Fahr mindestens zehn Minuten, wenn möglich mit einer Steigung. Erst dann zeigt sich ein Problem mit Akku oder Motor — nicht auf fünfzig Metern Parkplatz.
Quellen und Methode
Ergänzende Quellen konsultiert am 16. September 2026.